Rechtsanwalt Dr. Martin Wormit
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Ein lediglich vom Wohnbereich eines Zimmers räumlich abgetrennter Arbeitsbereich wird nicht als häusliches Arbeitszimmer gem. § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6 b EStG anerkannt

Als ein häusliches Arbeitszimmer gem. § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6 b EStG ist ein Raum anzusehen, der nach seiner Lage, Funktion und Ausstattung in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung von Büroarbeiten dient. Dazu zählen nicht solche Räume, die erkennbar auch privaten Wohnzwecken dienen. Daher kann eine ausschließlich betriebliche Nutzung weder bei einem gemischt genutzten Raum noch bei einem abgetrennten Arbeitsbereich in einem auch zu privaten Wohnzwecken genutzten Zimmer objektiv festgestellt werden. Dies gilt auch dann, wenn dem Steuerpflichtigen ein anderer Arbeitsplatz nicht zur Verfügung steht und der betreffende Raum den Mittelpunkt seiner beruflichen Tätigkeit darstellt.

 

Aufwendungen für Arbeitsbereiche in gemischt genutzten Räumen können daher steuerrechtlich grundsätzlich nicht anerkannt werden. Dabei ist nach Auffassung des BFH auch zu berücksichtigen, dass eine effektive Kontrolle der tatsächlichen Nutzung häuslicher Arbeitszimmer wegen des engen Zusammenhangs zur Sphäre der privaten Lebensführung zumeist wesentlich eingeschränkt, wenn nicht sogar ganz unmöglich ist. Dies gilt umso mehr für Arbeitsbereiche in gemischt genutzten Räumen.

 

(BFH, Urt. v. 22.03.2016 - AZ.: VIII R 10/12; NJW 2016,

S. 3198 - 3899)

Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten

Nach § 10 Abs. 5 Nr. 1 ErbStG sind vom steuerpflichtigen Erwerb des Erben persönliche Steuerschulden des Erblassers abzuziehen, da die betreffenden Zahlungsverpflichtungen auf den Erben übergegangen sind.

Damit Steuerschulden aber konkret als Nachlassverbindlichkeiten berücksichtigt werden können, müssen sie nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) im Todeszeitpunkt des Erblassers auch eine wirtschaftliche Belastung dargestellt haben. Hat der Erblasser dagegen Kapitaleinkünfte für von ihm im Ausland angelegte Vermögenswerte gegenüber dem Finanzamt verschwiegen und damit eine Steuerhinterziehung begangen, fehlt es an einer konkreten wirtschaftlichen Belastung, so dass eine Berücksichtigung als Nachlassverbindlichkeit nicht in Betracht kommt.

(BFH, Urt. v. 28.10.2015 – AZ.: II R 46/13; NJW 2016,

S. 1199-1200)

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