Rechtsanwalt Dr. Martin Wormit
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Erstverwalterbestellung ohne Alternativangebote unwirksam

Die Wahl eines WEG-Erstverwalters entspricht nicht den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Verwaltung, wenn die Wohnungseigentümer auf die Einholung von Alternativangeboten anderer Verwalter verzichten. Es reicht daher auch nicht aus, wenn im Rahmen der Einladung zur Wohnungseigentümerversammlung den Mitgliedern der Wohnungseigentümergemeinschaft mitgeteilt wird, dass sie eigene Vorschläge für die Verwalterwahl unterbreiten können, denn auch dann findet ein Leistungswettbewerb unter verschiedenen Verwalterkandidaten nicht statt.

Diese Grundsätze gelten auch dann, wenn sich eine Mehrheit der Wohnungseigentümer bereits im Vorfeld der Versammlung auf einen bestimmten Verwalter verständigt hat. Es entspricht der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass vor der erstmaligen Bestellung eines WEG-Verwalters auch die Alternativangebote anderer Verwalter einzuholen und an die Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft zu übermitteln sind. Nur dadurch können Stärken und Schwächen der einzelnen Leistungsangebote ermittelt werden, was die zwingende Voraussetzung für eine sachgerechte Entscheidung der Wohnungseigentümer darstellt.

(LG Frankfurt a. M., Urt. v. 07.01.2015 – AZ.: 2-09 S 45/14; NJW 2015, S. 1397-1398)
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